08.12.2026 - Plöner Winter Talks - Der beste Freund des Menschen und das Rätsel der Genetiker – wieso Hunde gar nicht fruchtbar sein sollten und es trotzdem sind
Jasmin Cichy
Doktorandin
Max-Planck-Forschungsgruppe Meiotische Rekombination und Genominstabilität
In sich sexuell fortpflanzenden Organismen ist das Rekombinieren der DNA beider Eltern ein essentieller Bestandteil der Meiose; der Herstellung von Eizellen und Spermien. So können sich die Zellen einerseits erfolgreich entwickeln, andererseits werden in jeder Zelle neue, einzigartige genetische Kombinationen gebildet.In diesem hochkomplizierten Prozess ist für Säugetiere ein Gen essentiell: Prdm9. Ist Prdm9 fehlerhaft oder nicht vorhanden, führt das von Mäusen bis Menschen zu Unfruchtbarkeit – mit einer einzigen Ausnahme: Hunden.Durch natürliche Evolution haben Hunde vor Millionen von Jahren Prdm9 verloren und sind dennoch in der Lage, sich erfolgreich fortzupflanzen. Aber wie?Meine Forschung untersucht, wie sich Spermienzellen in Hunden unabhängig von Prdm9 erfolgreich bilden und rekombinieren können. Damit können wir nicht nur einen Einblick in die einzigartige Evolution der Fruchtbarkeit von Hunden bekommen, sondern dieses Wissen auch für bisher nicht behandelbare Fälle von Unfruchtbarkeit in Menschen einsetzen.