Wi snackt platt

Wie die Landschaft so die Sprache: Platt. Aber nicht überall: Der nur wenige Kilometer von Eutin gelegene Bungsberg ragt als höchster Berg des Landes immerhin 168 m über das nahe Meer hinaus in unseren weiten Himmel. Und so werden Sie auch nicht überall „plattdütsch“ sprechende Menschen antreffen. Wenn aber doch, werden Sie vielleicht verstehen, auf welche Weise sich der ganz eigene Charakter der Schleswig-Holsteiner in ihrem urigen Dialekt widerspiegelt. Wer Begriffe wie „verkloogfiedeln“ oder „Döösbaddel“ aus dem Mund eines Einheimischen hört, wird sich natürlich manchmal mit Verständigungsproblemen plagen, denen wir hier nur bedingt abhelfen können. Eine Idee von unserem Platt versuchen wir Ihnen hier zu geben.

Moin = Grußformel zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das gedoppelte „Moin, Moin“ zeugt von leutseeliger Gemütslage und kann als Sympathiebeweis aufgefasst werden.

Tschüüs = Viel besser als „Auf Wiedersehen“, meint aber das Gleiche. Folgt noch ein „Kiek mol wedder in“ sind Sie praktisch eingeladen.

achtern = hinten

appeldwatsch = närrisch

bannich = sehr

bekakeln = besprechen

Buddel = Flasche

buten = draußen

Buttscher = kleiner Knirps

Deern = Mädchen

boben = oben

dohl = als Aufforderung sich hinzusetzen, "set di dohl"

Döntjes = heitere kurze Geschichte

dösen = leicht schlafen

Dröhnbüdel = Quatschkopf

fickerig = nervös

Fisematenten = Ausflüchte

Foftein = fünfzehn, meint eine kleine, etwa fünfzehnminütige Pause

nicht zu verwechseln, mit der "Akademischen viertel Stunde"

füünsch = aufgebracht

gediegen = "dascha gediegen" = das ist ja sonderbar

kieken = gucken

klamüüstern = sich etwas ausdenken

klönen = gemütlich sitzen und plaudern

Klookschieter = Besserwisser

Knick= meist wilde Hecken an den Feldrändern

Mors = Hintern

muksch = eingeschnappt

na buten gahn = nach draußen gehen

Proppentrekker = Korkenzieher

Quanten = Füße

Redder= Feldweg mit beidseitigem Knick

rödeln = emsig arbeiten

Schietwedder = Mischung aus Regen und Wind, ideal für eine Tasse Tee

Swutsch = "up´n Swutsch gahn" = ausgehen

töven = warten, töv mol = "warte mal, sei nicht so hektisch"