Eutiner Windmühle

Geschichte

Im Jahre 1850 beauftragte der Müller C. Heinrich Hass den Mühlenbauer Carl Friedrich Trahn mit dem Bau einer Mühle. Trahn gilt mit über 100 Bauten als einer der erfolgreichsten Mühlenbauer Deutschlands. Hass betrieb die Mühle in den folgenden 16 Jahren.
1886 ging die Mühle in den Besitz von Heinrich Detlef Mews über, der sie bis 1938 mit Wind- und dann weiter mit Motorkraft betrieb.
Als Mews im Jahr 1939 starb, verkaufte seine Frau die Mühle für 10.000 Reichsmark an die Stadt Eutin. Die verpachtete sie dann 1946 an einen Müllermeister. Die Stadt kalkulierte die dem Pächter obliegenden Kosten der Instandhaltung auf 9.000 Reichsmark, weshalb der für 10 Jahre keine Pacht an die Stadt zahlen sollte. Doch man hatte falsch kalkuliert und schon nach einem Jahr betrug der Preis für die Instandhaltung schon 20.000 Reichsmark. In Folge korrigierte man den Vertrag und die kostenlose Pacht verlängerte sich auf 18 Jahre. Das half aber nichts, denn 1950 schon endete die Betriebszeit der Mühle.
1965 wurde der Funktionsbau komplett stillgelegt, die Mühlentechnik entfernt und das Gebäude zu Wohnzwecken umgebaut, wozu sie in der Folgezeit auch diente.
1970 wurde die Mühle zum Kulturdenkmal ernannt.
Seit 1979 befindet sich in der Mühle ein Kneipenrestaurant, das sich dank der zwei engagierten Gründer Kultstatus erarbeitete und überregional bekannt wurde.
Die vielen Jahre waren aber nicht spurlos an der Mühle vorbeigezogen. Der Heimatverband Eutin spendete 10.000 DM für die Restaurierung, andere wie die Bürgergemeinschaft Eutin zogen mit – 1994 kamen wieder Flügel dran. Nun wurde die Mühle auf den Namen „Moder Grau“ getauft, wie sie schon einige Jahre im Volksmund hieß.
Die Mühle ist die letzte noch bestehende von drei Windmühlen in Eutin und bildet zusammen mit der Kirche, dem Schloss und dem Wasserturm die besondere Silhouette der Stadt. Eine andere Mühle auf dem Kamp brannte 1927 – kurz nach Ihrer Stilllegung – leider komplett nieder.

 

Architektur

„Moder Grau“ ist eine Holländermühle mit Galerie auf einem achteckigen Steinunter-bau. Nicht nur die Haube, sondern auch die Seiten oberhalb der Galerie sind durch das hiesige, traditionelle Baumaterial Reet geschützt. Die Mühle hat fünf Etagen, drei davon befinden sich unter und zwei über der Galerie. Die Flügel mit Stoffsegeln haben eine Länge von 22 Meter und sind 2,5 Meter breit.

 

Was sind Holländerwindmühlen?

Die Holländermühle ist die modernste Form der klassischen Windmühlen. Dieser Windmühlentyp verdrängte im 16. Jahrhundert vor allem in den Niederlanden und in Norddeutschland die Bockwindmühlen, bei denen sich das ganze Gebäude nach dem Wind ausrichtet. Der untere Teil der Holländer ist meist gemauert oder aus Balken und somit sehr stabil. Der auf dem aus Holz oder Mauerwerk gefertigten „Turm“ aufliegende bewegliche Kopf der Mühle mit den Flügeln ist über Rollen (früher aus Holz, später aus Stahl) drehbar. Das bedeutete neben statischen Pluspunkten gegenüber den Bockwindmühlen mehr Platz im Gebäude, der Mühlturm konnte höher in den Wind gebaut werden, wodurch der Wirkungsgrad der Maschine „Windmühle“ entsprechend zunahm. Durch diese Kraft wurde mehr Energie an das Gebäude abgegeben.

 

Fakten in Kürze

Höhe des Mühlenberges: 48,8m ü.N.N.
Höhe der Mühle über alles: ca. 18m
Größter Gebäudedurchmesser: ca. 14m
Länge der Flügel: 22m
Breite der Flügel: 2,5m
Gewicht der Kappe: 14t
Zahl der Stockwerke: 5

Infoflyer als Download


 

Kneipen-Restaurant Alte Mühle
Volkhard Schlüter
Mühlenweg 5
23701 Eutin
Tel.: 04521-5042
E-Mail:
Web: http://www.alte-muehle-eutin.de/