Der Seeadler (Haliaeetus albicilla)

Nirgends im Norden ist der Seeadler, der größte heimische Greifvogel, so häufig wie in der Holsteinischen Schweiz.

 

Und das ist eine Zwischenüberschrift

Ein diesiger, kalter Wintertag. Über den See ziehen Nebelschwaden, das Wasser schlägt in bedächtigem Rhythmus an die Steine der Uferbefestigung.


In einer windstillen Bucht hält sich ein Trupp Wasservögel auf. Ab und zu ist der Ruf einer Blässralle zu hören. Ansonsten ist es ruhig; niemand ist unterwegs, Wintersaison.


Plötzlich - die Rufe im Trupp werden lauter, wildes, lautes Schlagen vieler Flügel auf dem Wasser; die Tiere stieben in Panik auseinander…

Erst nur schemenhaft, dann aber immer deutlicher zu erkennen: ER ist da! Mit weit ausholenden, fast schon schwerfälligen Flügelschlägen und nach vorn ausgestreckten, großen, auffallend gelb gefärbten Krallen greift ein Seeadler den Trupp an. Immer wieder fliegt er auf die die Wasservögel zu und versucht, eine der Blässrallen zu fangen. Aber die kleinen, wendigen Vögel sind schneller: nach mehreren Versuchen zieht er erfolglos ab.

 

Und das ist eine Zwischenüberschrift

Seeadler versuchen, durch das häufige Angreifen eines Vogeltrupps die schwächeren oder jüngeren Tiere aus der Gruppe heraus zu sondieren - eine Jagdmethode, die bei vielen Beutegreifern, die am Ende der Nahrungskette stehen, üblich ist: Geparden, Löwen oder Wölfe gehen häufig genauso vor - entweder allein, zu zweit oder mit dem ganzen Rudel. Seeadler jagen meist allein; manchmal kann man, mit etwas Glück, ein Seeadler-Paar bei der gemeinsamen Jagd nach Wasservögeln sehen.

 

Der Ruf des Seeadlers

 

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Das hat seinen Grund: das Mosaik aus den verschiedenen Lebensräumen wie Feldflächen und Gebüschsäumen, alten Buchenwäldern und fischreichen Seen bietet den Tieren ein großes, reichhaltiges Nahrungsspektrum, zudem ist das Gebiet zu großen Teilen wenig besiedelt. Optimale Bedingungen also für die ungestörte Aufzucht der Jungen. So zählt man derzeit an die 25 Brutpaare in Ostholstein.
Dies ist auch ein Verdienst der Projektgruppe Seeadlerschutz, die sich seit Jahrzehnten mit großem Engagement um den Schutz der Tiere kümmert. Dazu gehörten in den Anfängen auch Nächte im Schlafsack unter dem Adlerhorst, um das Stehlen der Eier aus den Nestern zu verhindern!


Am Plöner See leben derzeit XXX Seeadler. Die Brutpaare bleiben ein Leben lang beisammen; wie alle anderen Adlerarten bleiben sie zudem das ganze Jahr über im gleichen Revier. So kann man Seeadler zu jeder Jahreszeit am Plöner See beobachten.