Johann Heinrich Wilhelm Tischbein

Tischbein lebte als Galerist und Hofmaler des Oldenburger Herzogs von 1808 bis zu seinem Tode in Eutin, sein Grab findet sich auf dem Friedhof in der Plöner Straße.

Er malte vor allem Landschaftsbilder, Historiengemälde und Stillleben. Außerdem entwarf er unter anderem Dekorationen für Friese, die auf später nach ihm benannten Öfen aus hiesigen Manufakturen zu sehen waren – „Tischbein-Öfen“ sind noch heute Kennern ein Begriff.

Bei seinem ersten von mehreren Stipendiaten in Rom vollzog er nach einem intensiven Studium antiker Kunstwerke die Wende vom Stil des Rokoko zum Klassizismus.

Tischbein verband zeitweise eine enge Freundschaft mit Johann Wolfgang von Goethe. Als er seinen Freund auf dessen „Italienischer Reise“ begleitete, entstand das wohl berühmteste Gemälde Tischbeins: Goethe in der Campagna – übrigens eines der meistparodierten Gemälde der Welt – das Goethe „hingegossen“ in der italienischen Landschaft zeigt. Unter anderem wurde es von Andy Warhol aufgegriffen und auch mit Donald Duck statt Goethe wurde es gezeichnet.

Eine Gedenktafel über seinem ehemaligen Wohnhaus in der Stolbergstraße 8-10 erinnert an den Künstler, noch schöner aber ist: Im Gartenhaus und Garten dieses Hauses sind heute wieder Künstler aktiv. Einige seiner großformatigen Gemälde sind im Schloss und im Ostholstein-Museum ausgestellt, wo auch über sein Leben und Schaffen in Eutin berichtet wird. Zeitweise war er auch Direktor der heute noch bestehenden Kunstakademie in Neapel (Accademia di Belle Arti).